Tag der Evangelischen Militärseelsorge
Ev.-luth. Militärkirchengemeinde St. Stephanus - Munster
Eine kleine Abordnung der Gemeinde fuhr am 20. November 2019 mit Militärpfarrer Dr. Reller, Christian Sell und Irina Lehmann  zum Tag der Militärseelsorge nach Kiel. Das Evangelische Militärdekanat Kiel unter Führung von Militärdekan Armin Wenzel hat, wie in jedem Jahr am Buß- und Bettag, dazu ins Offizierheim des Marinestützpunkts eingeladen. Der Tag stand in diesem Jahr unter dem Thema: „Die Sache mit dem Patriotismus“. Patriotismus wird als eine emotionale Verbundenheit mit der eigenen Nation bezeichnet. Worauf sich diese Emotionen gründen, ist abhängig von den Werten und Vorstellungen, die man hat. Wie viel Patriotismus ist erlaubt in einem Land, dessen Führung verantwortlich war für zwei grauenhafte Weltkriege und den barbarischsten Völkermord der Geschichte? Welche Rücksichten müssen Deutsche gegenüber anderen Nationen üben? Wie sehen Menschen anderer Nationen Deutsche? Wie muss Patriotismus gegenüber dem Nationalismus abgegrenzt werden? Gibt es im Zusammenhang mit unserem Grundgesetz einen Verfassungspatriotismus? Diesen Fragen sollte auf dem diesjährigen Tag der Evangelischen Militärseelsorge nachgegangen werden. (Auszug aus der Einladung des Ev.MilDekanat Kiel) Ca. 200 Soldaten aus Standorten in ganz Norddeutschland nahmen nach der Begrüßung durch Armin Wenzel zunächst an einer Podiumsdiskussion mit internationalen Verbindungsoffizieren teil. In diesem Podium diskutierten unter Leitung von Militärpfarrer Tübler von der Führungsakademie Hamburg, ein deutscher Offizier mit polnischen Wurzeln, ein französischer und ein britischer Offizier  zum Thema. Es wurden auch Fragen aus dem Plenum an das Podium beantwortet. In sechs Arbeitsgruppen wurde zum Thema, aus theologischer und weltlicher Sicht, je nach Interesse weiter diskutiert. Militärpfarrer Dr. Reller leitete eine Arbeitsgruppe mit der Überschrift „Deutsche Schrift – Deutsche Sprache – Deutscher Luther“. Nach einem Mittagessen und einer Pause  wurde zum Abschluss eine Thomasmesse gefeiert. Die Thomasmesse ist ein Gottesdienst für Zweifler und Glaubende. Ihr Name kommt von dem Jünger Thomas, der (Joh 20, 24–29)  an der Auferstehung Jesu zweifelte, bis er sie im unmittelbaren Erfühlen und Erleben der Wundmale erkannte. Diese Form des Gottesdienstes kommt aus Finnland und findet seit den 1990er Jahren auch bei uns immer mehr Anhänger. Das Foto zeigt einen Teil des Altars. Die musikalische Gestaltung hatte die Loredda Jacque Band. Der Tag endete gegen 15 Uhr mit dem Reisesegen, anschl. Kaffee und Kuchen. Vielen Dank das wir teilnehmen durften mit der Hoffnung auf eine Einladung auch im nächsten Jahr.   Text/Foto: Heiko Müller