Videokreis
Ev.-luth. Militärkirchengemeinde
St. Stephanus - Munster
Videokreis zwar noch nicht, aber schon seit Beginn des Gemeindelebens in den Räumen
am Schützenwald. Damals hieß er „Film- und Tonbandkreis“ und rekrutierte sich aus in
Munster stationierten Soldaten und jungen Gemeindegliedern. Die bis zu zehn Mitglieder
hatten sich zusammengetan, weil sie nicht jeder „für sich allein zu Hause vor sich hin-
filmen“ wollten. Hier fanden sie Gleichgesinnte, die sich gegenseitig unterstützen
konnten, wenn sie nicht mehr weiterwussten. So konnten sie sich so weiterbilden, dass
sie hohe Qualität abliefern konnten und noch heute können.
Sie waren im Kirchturm in bis zu drei Räumen untergebracht, in denen sie arbeiteten,
besprachen und feierten. Als Erstausstattung stellte die Kirchengemeinde zunächst eine
8mm Kamera und einen Projektor „Bolex“ zur Verfügung. Später wurden diese durch
von den Mitgliedern privat beschaffte Geräte ergänzt und modernisiert.
Bei ihren Üblicherweise wöchentlichen Treffen sehen sie sich ihre Filme kritisch an,
sprechen darüber, geben Tipps und Anregungen. Dabei wird auch festgelegt, wer welche
Vorhaben wahrnimmt und sie filmt. Nahezu alle kirchlichen Anlässe sind dokumentiert: von der ersten Konfirmation und der Kirchweih
1961 bis hin zum letzten Konzert im Dezember 2010. Aber auch außerkirchliche Ereignisse von all-gemeinem Interesse werden
dokumentiert: immerhin wurde eine einstündige Dokumentation des Videokreises Über ein „Dampflocktreffen in Soltau“ in einem
Privatsender als bester Film des Jahres 2009 prämiert.
So kamen in den vergangenen Jahren Aufnahmen mit der Dauer von etwa 1000 Stunden zusammen. Die Filmmeter lassen sich nicht
er-mitteln, da seit Ende der 80er Jahre kaum noch Filme genutzt wurden. Nach Ausstattung 1987 mit VHS-Kamera, Rekorder und Monitor
machte die Technik in der nun in „Videokreis“ unbenannten Gruppe den Sprung von Filmrollen zur Elektronik.
Dennoch oder gerade deshalb, weil Technik doch alles „vereinfache“, passierten auch Dinge, die allzu menschlich erscheinen: Wenn das
Stativ einseitig absackt und die Kamera so eine Kirche auf ebenen Grund schräg aufnimmt, kommt dabei eine „Kirche am Hang“ als
Ergebnis heraus. Oder wenn beim Spazierengehen die am Handgelenk baumelnde Kamera angelassen wird, kann der Zuschauer eben den
Boden „schlendernd erkunden“ und das Gespräch des Aufnehmenden „belauschen“ - auch wenn das nicht sehr spannend wirkt.
Wenn aber als Grundsatz gilt, dass die Produktion einer Minute gezeigten Videomaterials etwa eine Stunde kostet, wird deutlich, an
welcher Ressource es bei den Ehrenamtlichen der Videogruppe immer fehlt: Z E I T !! Und das bekommen die im Beruf Stehenden in ihrer
Freizeit bei unterschiedlichen Interessen unter einen Hut. - Hut ab! -
Dass die Arbeit mit laufenden Bildern unter dem Dach der Kirche Freude bereitet, zeigt sich daran, dass man sich am Abend trifft und bis
spät in den Morgen hinein arbeitet. Man will eben fertig werden und dann wird es eben 04.00 Uhr. Das Ergebnis ist, dass ein Mitglied des
Videokreises zum Abschied von der Ehefrau eines anderen Mitgliedes einen Wecker geschenkt bekommt, damit er zukünftig an die Zeit
denken möge.
Seegert
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